Die Anfänge

1929 wurde in Wiesbaden-Schierstein die zweite hessische DLRG Station gebaut. Doch schon bald zeigte sich, dass mit dieser einen Station unmöglich der ganze Rhein von Wiesbaden überwacht werden konnte. So begannen noch vor dem zweiten Weltkrieg die Kameraden Bruno Parth, Paul Reitz und Fritz Winterroth im Strandbad Biebrich (Rettbergsau) und im alten Kallebad (Petersau) den Rettungswachdienst. Der Schwerpunkt Ihrer Arbeit lag vor allem in der Schwimmbadausbildung, da damals noch keine Möglichkeit bestand, eine feste Station zu errichten. In einem Jahr konnten 364 Grund- und 82 Leistungsschein ausgegeben werden. So konnte dann 1941 die DLRG Stadtgruppe Wiesbaden-Biebrich gegründet werden. Doch der zweite Weltkrieg brachte die Arbeit leider bald zum Erliegen.

Der Neuanfang war alles andere als leicht: Minengefahr im Wasser, gefährliche Schiffswracks und die Zerstörung des alten Kalle-Bades sind nur die wichtigsten Beispiele. Außerdem bestand ein totales Vereins- und Versammlungsverbot durch die Besatzungsmächte. 1945 sind 8 Menschen im Rhein ertrunken. Aus diesem Grund hat man den Rettungswachdienst – trotz Verbot – wieder aufgenommen. Als es dann der DLRG gelang, drei mit einem Segelboot gekenterte Amerikaner zu Retten, bracht dies endlich die offizielle Genehmigung und die Arbeit konnte nun vorangehen.

Pioniere

Die Errichtung der neuen Station, bestand aus einem Mast und der alten Fahne, brachte endlich die ersehnte Sicherheit für den regen Badebetrieb.

Es gab keine Ertrinkungsunfälle mehr!

Bruno Parth, Paul Reitz, Robert Mohr, Günter Reitz, Rolf Hubig, Ernst Fröder, und Günter Walter sind die Namen der DLRG-Pioniere, die nach dem Krieg von Anfang an dabei waren. Bald waren 40 Rettungsschwimmer ausgebildet, die mit einem von der Firma Kalle zur Verfügung gestellten Holzboot für Sicherheit sorgten.

Die Station bestand aus der schon erwähnten Fahne und einem Zelt, aus dem während Rettungseinsätzen, mehrfach etwas entwendet wurde. Obwohl die Mitgliederzahl ständig anstieg, reichte der Jahresbeitrag von 2,5 Reichs Mark nicht aus, um alles erforderliche zu beschaffen. So veranstaltete man am 26.Juni 1946 vor 5000 Zuschauern eine großartige Rettungsvorführung. Im Herbst jenes Jahres wurde dann die zweite Station, eine Wellblechbaracke auf der Rettbergsaue-Nordspitze errichtet. Sie wurde dem Roten Kreuz für 120 Reichs Mark abgekauft.

Ein Schlaufwagen wird zur Rettungsstation

1947 besaß die DLRG schon zwei Zeltstationen, jedoch kein eigenes Gelände, und wurde ständig herumgeschubst, bis der Wiesbadener Kanuverein und die Sportgemeinschaft Biebrich je ein Teil ihres Grundstückes der DLRG zur Verfügung stellten. 1948 gelang es schließlich auch noch für 20 DM einen alten Feuerwehrwagen zu ergattern und ihn als Rettungsstation zu nutzen. Die 20 DM waren so kurz nach der Währungsreform natürlich ein großes Opfer.

Man hatte dem Wagen zwar die Räder demontiert, aber beim nächsten Hochwasser zeigte sich, dass er auch ohne Räder schwimmen konnte. Deswegen stellte man ihn auf sechs Betonpfeiler. Eine wichtige Einnahmequelle jener Tage war das Übersetzen von Badegästen auf die Rettbergsaue. Dies geschah anfangs unter großer körperlicher Anstrengung mit einem Ruderboot namens „ Archimedes“ bis es Kamerad Gotthard Kübel gelang ein Motorboot zu beschaffen, das dann auch auf seinen Namen getauft wurde und fortan die Ruderboote ins Schlepptau nehmen konnte.

Erste feste Station auf eigenem Gelände

Später konnte sogar noch ein Dieselmotorboot gekauft werden, so dass die Stadtgruppe dann zwei Motorboote, eine Schaluppe und zwei geliehene Nachen, zwei Stationen und das notwendige Rettungsmaterial (Rettungsring, Verbandkästen, ......) besaß. Doch der zustand der Station war alles andere als befriedigend. Der Schlauwagen verrostete, die Zelte gingen kaputt, ....

So kam man schließlich zum Entschluß eine feste Station zu bauen, die zwar in der Anschaffung mehr Geld kostete, aber durch Verringerung der Unterhaltskosten und Verbesserung der Rettungsmöglichkeiten bald bezahlt machte.

Durch Eigenarbeit, Hilfen vom Staat und der heimischen Industrie, die der DLRG schon vorher oft aus finanziellen Krisen geholfen hatte, und privaten Spenden konnte das große Werk vollbracht werden. Stadtgruppenleiter Gotthard Kübel: „ Was wir getan haben, taten wir für die Allgemeinheit !“

Trotz der erheblichen Hochwasserschäden im Januar 1955 schaffte man es bis zur Einweihung am 15.Mai 1955 fertig zu werden.

Erster Wachtum wird erbaut

1956 wurde dann auch noch ein neuer Wachturm aus vier ausgedienten Tramleitungsmasten der früheren Straßenbahn errichtet, der in seiner Art damals einer der modernsten in Deutschland war.

Öffentliche aktivitäten

Mit der Zeit stieg die Zahl der Sportboote auf dem Rhein, die meist auch noch viel schneller fuhren, stark an. Dadurch stieg die Zahl der Unfälle natürlich derart an, dass mit den alten, relativ langsamen Booten keine ausreichende Sicherheit mehr gewährt werden konnte. Auch diesmal war es dem Kameraden Gotthard Kübel  zu verdanken, der das Boot anschaffte. Ein schnelles finnisches Holzboot mit einem Außenbordmotor. Wie dringend die Anschaffung der Gotthard II gewesen war, zeigten die Zahlen von 1958, ihrem ersten Einsatzjahr: 42 Einsätze, 19 Menschen gerettet, davon einer vor dem sicheren Tot durch Ertrinkens. Als nächstes wurde 1969, zu Ausbildungzwecken für die Jugend, der Dreibordnachen „Kamerad“ gekauft, mit dem sowohl das Rudern als auch das Segeln gelehrt wurde.

Wegen der immer stärker werdenden Wasserverschmutzung konnte im Rhein kein Schwimmunterricht mehr abgehalten werden. So wurde ein 41000 l Schwimmbecken, das bis zu 12 Kindern platz bot.

Eine Sensation war schon immer das 3000 m Stromschwimmen, von der Rettbergsauspitze bis zum Schiersteiner Strandbad gewesen. Die Teilnehmer kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, ja manchmal sogar aus dem Ausland (England, Dänemark). 1961 wurde es zum letzten Mal (wegen der Rheinverschmutzung) durchgeführt. 500 Teilnehmer, einem riesigen Publikum und einem Dutzend Rettungsbooten, mehreren DLRG-Stationen und des DRK. Sogar das Fernsehen war dabei.

Chronik der DLRG Wiesbaden-Biebrich-Amöneburg

Wir können mittlerweile auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Doch sehen Sie selbst.

1929

Gründung der DLRG Schierstein

eine zweite Station wird benötigt, Bruno Parth, Paul Reitz und Fritz Winterroth

Beginnen mit der Schwimmausbildung.

 

1941 

Gründung der Stadtgruppe Wiesbaden-Biebrich

Der Zweite Weltkrieg brachte die Arbeit zum Erliegen.

 

1945  

trotz Verbot nimmt die Stadtgruppe ihren Dienst wieder auf.

 

1946

offizielle Genehmigung für die DLRG.

Eine Wellblechbaracke wird auf der Petersau errichtet.

 

1947 

die Stadtgruppe erhält ein eigenes Gelände

 

1948  

ein alter Schlauchwagen wir zur Rettungsstation

Gotthard Kübel beschafft das 1. Motorboot

 

1955    

Bau der 1. festen Station

 

1956

Bau des Wachturmes

 

1958

Gotthard Kübel beschafft das 2. Rettungsboot

 

1959 

Kauf des Dreibordnachens „Kamerad“

 

1961 

letztes Stromschwimmen im Rhein

 

1962 

ein Sanitätsraum wird eingerichtet

DLRG Kastel wird gegründet

 

1963 

„Wäschebrickelche“ wird als Bootsanleger gekauft

 

1964

Ortsgruppe erhält ein Beiboot von der Marine – „Bounty“

 

1966 

25 jähriges bestehen der Ortsgruppe

 

1969

das Rettungsboot „Biebrich“ wird angeschafft

 1. Katastrophenschutzübung

 

1970 

der Altbau steht bis zur Hälfte im Hochwasser

 

1972

ein neuer Bootsanleger wir gekauft

Beginn mit dem Bau eines neuen Gebäudes (1.Bohrung)

 

1973    

Baubeginn

 

1975

Bauende und Einweihung

 

1978 

Kauf eines VW-Bus

 

1979  

Hilfsfeuerlöschboot „Biebrich“ wird angeschafft

 

1982

Hochwasser, erreicht obere Kante Altbausockel

 

1983 

Rettungsboot „Jakob“, ein 13er Bosten-Whaler wird gekauft

Gerätewagen-Wasserrettung wird übergeben

Wasserrettungszug Sternfahrt nach Bonn

1. Stromschwimmen seit 1961

Ankauf eins alten Hanomags

 

1984 

Baubeginn der neuen Garagen

 

1985

Neugestaltung des Funkraumes

2. Katastrophenschutzübung

Ankauf eines Ford Transits als Taucherwagen

 

1986

Fertigstellung des Schulungsraumes

Kauf eines alten Feuerwehrwagens

Kauf eines alten Rettungswagen – Umbau zum Taucherwagen

 

1987

Demontage des Altbaues

 

1988

Gründung des Bezirkes Wiesbaden-Biebrich und Rheingau

Hochwasser , Altbau zur Hälfte unter Wasser

 

1989 

der neue Flaggenmast wird eingeweiht. Stand vorher am Biebricher Rheinufer

wurde renoviert von G. Reitz und aufgestellt

 

1993

Sturmschaden; umgestürtze Pappel beschädigte das Gebäude, die Fahrzeuge VW-Bus und der Unimog werden völlig zerstört

 

1998

Verkauf des Taucherwagens

 

1999

Erneuerung des Anlegers

 

2000  

Gründung des Kreisverbandes Wiesbaden e.V.:
Biebrich, Schierstein, Kastel, Rheingau, Nordenstadt-Wallau

Landesverband baut seine Geschäftsstelle aus

Abriss des Altbausockels 

 

2001 

Abriss des Wachturmes; die Sicherheit war nicht mehr gewährleistet

 

60 Jahrfeier im Kurhaus

 

2002

Geschenk von zwei VW-Bussen eines uns wohlgesonnenen Mitmenschens

 

2003

Nach fast vier jähriger Reperaturdauer konnte das Hilfsfeuerlöschboot "Biebrich" wieder in Dienst gestellt werden

2005

Die Kreisgruppe kauft ein neues Auto. Es ist ein Landrover Defender 110 Td5 Station Wagon SE

2006

2008

 

Noch ein neues Auto wird gekauft. Der Pritschwagen Peugot Boxer wurde wegen seiner Vielseitigkeit beschafft. Das Fahrzeug hat 7 Sitzplätze, eine große Ladefläche und mit der Anhängerkupplng können Lasten bis zu 2,2 Tonnen gezogen werden.

Die Jugend kauft sich ein weiteres Boot und tauft aus auf den Namen "Albertros". Der Namen erinnert an den Vorbesitzer.

Die Kreisgruppe kauft sich weiteres Rettungsboot. Der Boston Whaler 15´wird auf den Namen Brömer getauft

2010

Die Kreisgruppe hatte die Möglichkeit bekommen, ein ausgemustertes Boot aus Katastrophenschutzmitteln zu kaufen. Hierbei handelt es sich um einen weiteren Boston Whaler 17".

2011

Eine Feldküche wird gekauft.

2012

Der ausgemusterte Gerätewagen Wasserrettung aus dem Wasserrettungszug konnte abgekauft werden. Der Mercedes Benz G 280 GE, wird auch weiterhin als Gerätewagen Wasserrettung eingesetzt.